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I am back :)

Zuerst einmal: Frohes neues Jahr! Ich hoffe ihr seid alle gut gestartet und hattet eine schöne Feier. Am Mittwoch hab ich meine Schwester zum Flughafen gebracht, seit dieser Woche hat der Magazin-Workshop wieder angefangen, ich starte also so langsam aber sicher wieder in den Alltag.

Die Reise mit meiner Schwester war wunderschön und toll, gleichzeitig aber auch sehr anstrengend. Nachdem wir einige Tage in Accra verbracht haben sind wir in Richtung Norden nach Tamale geflogen. Von dort aus sind wir direkt in den Mole National Park gefahren. Am nächsten Tag gings dann morgens um 7 mit einer Safari los. Es war total faszinierend so nah die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu sehen. Wir haben Elefanten beim Baden, Antilopen, Affen und Schweine beim Fressen gesehen – Wildkatzen sind leider eher schwierig zu sehen. Am Nachmittag haben wir dann auch noch eine Jeepsafari unternommen. Weiter ging unsere Reise dann schon wieder in Richtung Süden, wobei wir mehrere Zwischenstopps in der Nähe von Techiman eingelegt haben. Dort haben wir unter anderem Wasserfälle angeschaut und in ein Nacht in einem Affenreservat verbracht. Die Affen leben dort quasi mit den Bewohnern des Dorfes Tür an Tür – die Menschen haben nämlich den Glauben das die Affen heilig sind und alles was sie den Tieren antun später auf sie zurückfällt, daher gibt es dort sogar einen Affenfriedhof und einen Affenpriester. Am Abend und Morgen sind die Affen vor unserem Haus rumgeturnt, haben nach Essen gesucht und dort auch gespielt. Das war auch super schön die Tiere in der freien Wildbahn so unbeschwert zu sehen. Außerdem haben wir noch eine Klettertour durch die heiligen Höhlen in Tanoboase gemacht, die Vorfahren der Ashanti gelebt haben. Eine total schöne Gegend direkt in einem Teil des Regenwaldes. Nach unserer Tour sind wir auch deshalb noch im Wald geblieben, haben gepicknickt und uns einen schönen Nachmittag in der Hängematte gemacht

Wir hatten beschlossen nicht weiter nördlich als nach Tamale zu reisen. Das lag vor allem daran das 3,5 Wochen nicht gerade viel sind und somit schier unmöglich ist alle Ecken des Landes kennenzulernen, außerdem ist das Reisen - vor allem je nördlicher man kommt – doch um einiges beschwerlicher. Dort sind oft nur noch vereinzelte Straßen geteert und die Trotros sind noch schlechter ausgestattet. Wegen den Löchern in den Autos waren unsere Gesichter nach der Fahrt voller rotem Staub – aber so kann man sich immerhin schon einmal das Makeup sparen

Weiter ging es dann in die Ashanti-Region mit dem ersten Zwischenstopp in Kumasi. Unser Trotro hatte den „last stop“ direkt auf dem Zentralmarkt, was erst einmal zu Orientierungslosigkeit geführt hat. Ich bin davon ausgegangen das es in den größeren Städten nichts besonderes ist „Obronyi“s zu sehen – da hatte ich mich wohl geirrt.. Angelabert, angefasst und fotografiert zu werden, dabei gleichzeitig ein Hotel zu suchen (natürlich ohne Straßenschilder) war nicht so ganz einfach – dementsprechend genervt war ich auch schon nach kurzer Zeit. Den Eindruck den ich schon in Accra von ghanaischen Großstädten bekommen hab hat sich dadurch bestätigt. Anstrengend, laut, dreckig, viel Verkehr und noch mehr Aufmerksamkeit, in den Dörfern habe ich mich eindeutig wohler und eingegliederter gefühlt: Dorfkind bleibt wohl eben Dorfkind In Kumasi haben wir uns dann die Stadt angeschaut, waren in dem „Centre vor National Culture“ und haben zuschauen können wie die Leute gewebt, getont und geschnitzt haben. In der Nähe von Kumasi haben wir dann noch einige Ausflüge unternommen. Zum einen waren wir in Adanwomase, ein Weberdorf in dem der traditionelle Kente-Stoff genäht wird. Dann waren wir noch im Bobiri Butterfly Sanctuary, wo viele hunderte verschiedene Schmetterlingsarten im Regenwald unter Naturschutz stehen. Das war auch total schön und idyllisch, leider war keine „Saison“ für Schmetterlinge, weshalb wir nicht so viele verschiedene Arten sehen konnten. Die letzten Tage in der Umgebung von Kumasi haben wir dann am Lake Bosumtwi verbracht, wobei unser Hotelzimmer direkt am See lag Nach dem stressigen Kumasi war das die richtige Abwechslung. Am See war vor allem total interessant zu sehen wie dort gefischt wird. Da der traditionelle Glaube besteht das man den Gott Twi vor seinem Ableben in diesem Gewässer besucht, dürfen keine Eisengegenstände in das Wasser getaucht werden. Deshalb benutzen die Fischer geschnitztes Holz, dass etwas wie ein Surfbrett aussieht. Darauf legen sie sich dann und paddeln aufs Wasser hinaus. Die Netze werden mit Steinen beschwert und an Plastikflaschen gebunden.

Bevor unsere Reise dann in meine Heimat Komenda gehen sollte, wollten wir eigentlich noch die Goldminen in Obuasi besuchen. Wegen elektronischen Problemen waren die Minen aber für Besucher gesperrt, weshalb wir dann direkt nach Komenda gefahren sind. Es war wirklich schön wieder nach Komenda zu kommen und ich habe doch gemerkt wie sehr ich mich dort zu Hause fühle! Dementsprechend war ich auch froh das ich Tina die Gegend sozusagen als „Experte“ zeigen konnte. Übers Wochenende sind wir dann noch nach Tarkwa gefahren, um doch noch eine Goldmine sehen zu können. Auf dem Hinweg haben wir noch einen Zwischenstopp in Takoradi eingelegt und uns dort etwas auf dem „Circle Market“ umgesehen, welcher sich als wahres Stoffparadies herausgestellt hat Die Mine in Tarkwa habe ich dann nicht nocheinmal besichtigt, ich war ja erst knapp sechs Wochen vorher dort. Tina hat es wohl gefallen, auch wenn sie zwei Tage danach noch unter Muskelkater gelitten hat

Unsere Reise war auf jeden Fall sehr schön – natürlich habe ich mich erst mal gefreut meine Schwester zu sehen und ihr zu zeigen wie ich hier ein Jahr lang so lebe. Außerdem war es natürlich auch für mich total interessant einmal das Leben in den anderen Regionen von Ghana zu sehen. Die Mentalität und Gastfreundschaft der Ghanaer unterscheidet sich meiner Meinung nach im ganzen Land nicht, dafür gibt es große Unterschiede in den Bereichen Armut, Infrastruktur und Klima. Da ich jetzt aber keinen halben Roman verfassen will dürfen sich alle Interessierten einfach für einen individuellen Bericht bei mir melden

Fühlt euch gedrückt!

Eure Eva

Ach ja, mir ist gerade aufgefallen das ich bisher noch nichts zu meinen geliebten Trotros erzählt habe. Trotros sind alte kleine Busse, die hier als öffentliche Verkehrsmittel genutzt werden. Sie fahren immer eine bestimmte Strecke, wobei man überall ein- und aussteigen kann. Am Ausgangspunkt geht die Fahrt jedoch erst los, wenn das Trotro komplett besetzt ist. Des Öfteren werden auch einfach paar Leute mehr mitgenommen. An einer Polizei Kontrolle wird dann entweder ein Cedi „Motivation Money“ bezahlt oder ein Passagier steigt aus und nach der Kontrolle wieder ein. Der Fahrstil der meisten Fahrer ist etwas gewöhnungsbedürftig, die Hupe ist das wichtigste Utensil im Fahrzeug, überholt wird immer und überall. Falls es bei so einem Manöver doch mal zu eng werden gibt es ja immer noch einen Seitenstreifen auf den man einfach mal kurz ausweichen kann. In den Trotros selbst ist es eigentlich immer eng und heiß, trotzdem fahr ich gerne Trotro. Bei längeren Strecken wird es nach einer gewissen Zeit natürlich etwas unbequem, aber ansonsten lernt man immer nette Leute kennen, man kann die Natur genießen und aus den Fenster immer irgendetwas leckeres zu essen kaufen

24.1.14 13:01

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